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Eiweiße

Hinweis

Zum Verständnis:
Der wissenschaftliche Name der Eiweiße - "Protein" -beschreibt ihre Bedeutung besser als die deutsche Bezeichnung.
Er ist vom griechischen "proteios", d.h. "erstrangig" abgeleitet und unterstreicht damit die Bedeutung dieser Stoffgruppe.
Proteine setzen sich aus Bausteinen, den sog. Aminosäuren zusammen.
Das sind alles Säuren (braunes Kästchen in der Abbildung), die alle außerdem noch eine sog. Aminogruppe tragen (grünes Kästchen).
Von den 20 Aminosäuren, die es im lebenden Organismis gibt, sind hier 2 vorgestellt.
Die meisten von ihnen müssen wir mit der tierischen Nahrung aufnehmen, sodass strenger Vegetarismus zu ensthaften gesundheitlichen Problemen führen kann.
Die Säuregruppe der einen Aminosäure und die Aminogruppe einer anderen können wir mit dem Stecker und der Steckdose einer elektrischen Leitung vergleichen: sie reagieren chemisch miteinander und bilden eine "Peptidbindung" (violettes Kästchen).
Das Tolle ist, dass wiederum ein Stecker (Säuregruppe) und eine Steckdose (Aminogruppe) zur Verfügng stehen, sodass sich weitere Aminosäuren - viele Hundert - anlagern können und somit die Eiweiße bilden.
Wasser ist im lebenden Organismis immervorhanden. Stehen nun diese Eiweißkörper mit dem Wasser in Kontakt, falten und verformen sich diese großen Moleküle derart, dass wasserfreundlichen (hydrophile) Molekülgruppen zum Wasser zeigen und wasserfeindliche (hydrophobe) Gruppen sich in das Innere des Eiweißmoleküls winden. Es bildet sich eine räumliche Struktur, die für das Funktionieren der Organismen von überragender Bedeutung ist.
Die zarte Haut eines Babys und die grobe eines Elefanten, der für den Saurestofftransport verantwortliche rote Blutfarbstoff (Hämoglobin) und das Blattgrün (Chlorophyll) bestehen - grob gesagt - aus den gleichen Bausteinen. Ihre Aneinanderreihung bestimmt die Eigenschaft.
Welche Aminosäuren jeweils verknüpft werden und wie sich damit das Eiweiß faltet, wird durch die DNA - die Erbsubstanz - gesteuert.
Die Eiweißkörper in der Blutbahn haben unterschiedliche Funktionen.
So dienen sie u.a.
  • der Aufrechterhaltung der richtigen Verteilung von Wasser zwischen dem Blut und dem Körpergewebe
  • der Auslösung der Blutgerinnung
  • der Abwehr von Mikroorganismen
  • dem Transport anderer Stoffe, wie Eisen, Calcium, Sauerstoff, Fetten
  • der Auslösung von Entzündungsreaktionen.


Gesamteiweiß im Blut
Erwachsene 66 - 83 g/l
Kinder  
1.-30.d 42 - 62
31.-182.d 44 - 66
183.-365.d 56 - 79
1.-18.Jahr 57 - 80


Eiweißmangel (erhöhte Werte sind wesentlich seltener) kann verursacht werden durch
  • Synthesestörung der Leber, d.h. dass die Leber derart geschädigt ist, dass Eiweißstoffe nur vermindert noch aufgebaut werden können
  • Eiweißmangelernährung bei anhaltenden Hungerzuständen oder einseitigen Diäten
  • Aufnahmestörungen durch den Darm bei Darmerkrankungen
  • Eiweißverluste über den Urin bei Nierenerkrankungen
  • Verschiebungen des Wasserhaushaltes, die aber durch den Arzt von echten Eiweißmangelerscheinungen unterschieden werden können.


Eiweiß im Urin (Proteinurie)

Physiologische Proteinurie
Die beim Nieren-Gesunden ausgeschiedenen Proteine können Werte bis zu 0,3 g/l erreichen. Einige Autoren setzten die obere Normgrenze schon bei 0,1 g/l an.

Benigne Proteinurie
Auch der Gesunde kann gelegentlich die Normgrenze deutlich überschreiten, hingegen bleibt die Eiweißkonzentration meist unter 0,5 g/l. Diese gutartigen Proteinurien treten schubartig auf und können von einer krankhaften Proteinurie relativ einfach unterschieden werden.

Orthostatische Proteinurie
Bei Jugendlichen findet man in der Wachstumsperiode recht häufig en Proteinurie. Diese ist von der Körperlage abhängig, das heisst die Proteinurie tritt nach längerem Stehen ein und verschwindet beim Liegen wieder. Die orthostatisch genannte Proteinurie ist völlig harmlos.

Funktionelle Proteinurie
Nach körperlicher Anstrengung oder sportlicher Betätigung; bei Fieber, Erhitzung oder nach Einnahme gefäßerweiternder MIttel; bei Unterkühlung, bei emotionellem Stress.

Krankhafte Proteinurie
Bei den krankhaften Proteinurien unterschiedet man solche, die die Niere betreffen (renal) von denen, die ihre Ursache außerhalb der Niere (extrarenal)haben.
Renal liegt die Ursache darin begründe, dass die Filterfunktion der Niere beeinträchtigt ist und auch relativ große Moleküle wie Eiweiße durchgelassen werden.
Die extrarenal bedingte Proteinurie kann bei Kreislaufstörungen, Rechtsherzinsuffizienz, Infektionskrankheiten mit Fieber usw. auftreten.







Roter Blutfarbstoff

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