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Zur Beachtung

Beachten Sie bitte, dass zur Beurteilung, ob eine Erkrankung vorliegt oder nicht, der Laborwert allein nicht ausreicht und dieser auch nicht überbewertet werden darf. Die Laborwerte müssen stets im Zusammenhang mit der Vorgeschichte der Krankheit (Anamnese) und den Symptomen sowie den Ergebnissen der körperlichen Untersuchung betrachtet werden. Und dafür ist die Ärztin oder der Arzt und das Gespräch - auch über die Laborwerte - unersetzbar.
Bei der Beurteilung des Laborwertes stützt man sich auf die Normalwerte, bzw. den Normalbereich.
Dieser wird dadurch ermittelt, indem eine hinreichend große Gruppe offensichtlich gesunder Menschen untersucht und das Intervall, in dem 95% aller Werte liegen als Normbereich deklariert wird. Immerhin haben 5% dieser Gruppe Laborwerte, die größer oder kleiner als der Normbereich sind, aber trotzdem an keiner Krankheit leiden! Deshalb spricht man korrekterweise auch besser vom Referenzbereich und vom Referenzwert.
Weiterhin ist wichtig, unter welchen Bedingungen das Köpermatererial (Blut, Urin) gewonnen wurde. So ergeben sich Unterschiede in den Werten in Abhängigkeit von der Tageszeit, der Position Ihres Körpers bei der Blutabnahme (im Liegen oder Stehen), der Art und Dauer des Abschnürens Ihres Armes während der Blutentnahme, der körperlichen Belastung, der Sie vor der Blutentnahme ausgesetzt waren, von Ihrem Alter und Geschlecht, von der Art der Medikamente, die Sie einnehmen und auch davon, ob Sie Raucher oder Nichtraucher sind.
Auch können die Laborwerte von der analytischen Methode, die im Labor durchgeführt wird, unterschiedliche Werte besitzen. Hinzugefügt sei an dieser Stelle, dass im Klinischen Labor strenge Qualitätsstandards gelten. So werden intern mehrmals täglich Kontrollmaterialien, deren Konzentrationen bzgl. des zu untersuchenden Parameters bekannt sind und wiedergefunden werden müssen, gemessen, und weiterhin ist das Labor an der Teilnahme an sogenannten externen Qualitätskontrollen verpflichtet. Dabei wird Kontrollmaterial mit unbekanntem Gehalt dem Labor zugeschickt und die jeweiligen richtigen Werte müssen ermittelt werden.
Nicht zuletzt: achten Sie bitte auf die Einheit, in der Ihr Laborwert angegeben ist. Ein Wert in Milligramm pro Deziliter hat natürlich einen anderen Zahlenwert als der in Gramm pro Liter oder gar der in Millimol pro Liter, wie auch der gleiche Geldbetrag in Euro oder Rubel einen unterschiedlichen Zahlenwert hat.
Mit dem aufrufbaren "SI-Rechner" können die gebräuchlichen Zahlenwerte ausgewählter Laborparameter ineinander umgerechnet werden. Zum Begriff "Mol" finden Sie hier einen Hinweis.

Dr. rer. nat. habil. J. Draffehn
  Fachchemiker der Medizin


  Die bunten Kugeln in den schematischen Moleküldarstellungen haben folgende Bedeutung: