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Herz

Hinweis

Zum Verständnis:
Hauptdomäne von Laboruntersuchungen bzgl. des Herzens ist die Erkennung eines akuten Herzinfarktes. Von untergeordneter Bedeutung ist die Feststellung einer sogenannten ischämischen Herzkrankeit - also einer Durchblutungsstörung der Herzkranzgefäße.
Beim Herzinfarkt - einer der häufigsten Todesursachen in Deutschland - werden Teile der Herzkranzgefäße, die den Herzmuskel mit Blut und damit mit Sauerstoff versorgen, verschlossen.
Sogenannte Risikofaktoren, die das Auslösen eines Herzinfarktes unterstützen, sind u.a. Störungen des Fettstoffwechsels, hoher Blutdruck, Rauchen und Stress.
Durch den Verschluss der Gefäße kommt es zum Sauersstoffmangel im Herzmuskel und damit zum Absterben mehr oder weniger großer Bereiche.
Daraus resultiert
  • ein mehr oder weniger augeprägter Herzschmerz
  • eine krankhafte Veränderung der Reizströme am Herzen (EKG) und
  • eine Ausschüttung von Stoffen aus den geschädigten Herzzellen in das Blut.
Wenn zwei dieser drei Symptome vorhanden sind, gilt die Diagnose "Herzinfarkt" als gesichert.

Bei den freiwerdenden Stoffen handelt es sich um solche, die normalerweise im Blut nicht oder nur in geringsten Mengen vorkommen. Diese sollen möglichst spezifisch sein, d.h. nicht in anderen Organen als dem Herzen vorkommen und außerdem nach dem Infarktgeschehen möglichst frühzeitig nachweisbar sein.
Creatinkinase ist ein Enzym in den Muskelzellen, das an der Bereitstellung von Energie zur Verrichtung von Muskelarbeit wesentlich beteiligt ist.
Somit kommt es auch in anderen Muskeln außer dem Herzen vor und kann nach starker Muskelbeanspruchung durchaus fälschlicherweise einen Herzinfarkt vortäuschen.
Daher wird im Labor bei signifikanter Erhöhung eine Unterform (CK-MB) bestimmt, die fast ausschließlich im Herzen vorkommt.
Je nachdem, ob im Labor die Geschwindigeit einer Stoffumwandlung im Reagenzglas durch dieses Enzym bestimmt wird oder ob die asolute Menge im Blut bestimmt wird, spricht man von CK-MB-Aktivität oder CK-MB-Masse. Erstere ist einfacher und schneller bestimmbar, letztere etwas aussagekräftiger.

Creatinkinase
CK & CK-MB
Myoglobin ist dem roten Blutfarbstoff (Hämoglobin) chemisch sehr ähnlich. Es ist im Muskel fixiert, besizt ein etwa 6fach höheres Bindungsbestreben (Affinität) zu Sauerstoff, wodurch der Sauerstoff dem Hämoglobin im Blut "abgenommen" wird und dem Muskelgewebe zur Verfügung steht.
Es kommt auch in der Skelettmuskelatur vor, sodass wie bei der CK auch hohe und ausdauernde Muskelbelastungen (Leistungssport) zu einem Anstieg führen können.

Myoglobin
Troponin ist ein Eiweißkörper, der sich ausschließlich an den Fasern des Herzmuskels befindet und im Fall einer Schädigung nur von diesen freigesetzt wird.
Je nach Labor und apparativer Ausstattung wird entweder die Form Troponin-I (cTnI) oder Troponin-T (cTnT) bestimmt. Ob die eine oder die andere Form aussagefähiger ist, wird derzeit noch kontrovers diskutiert - meist von den Herstellern der Bestimmungsreagenzien Analysengeräte.

Troponin
Nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick von Laborparametern für die Herzinfarktdiagnostik. Anstieg ist der Zeitraum in Stunden der beginnenden Parametererhöhung nach Schmerzbeginn.
Gipfel ist die Zeit bis zur maximalen Erhöhung (abhängig vom Zeitpunkt der Wiederdurchblutung des Gefäßes) und Normalisierung ist die Zeit in Tagen bis zur Erreichung des Normalwertes.

"Herzmarker"
Parameter Anstieg Gipfel Normalisierung Normalwert
CK-Aktivität 3 - 12 12 - 24 3 - 4 0 - 80 U/l
CK-MB-Aktivität 3 - 12 12 - 24 2 - 3 0 - 10 U/l
CK-MB-Masse 2 - 6 12 - 24 3 8 - 8 µg/l
Myoblobin 2 - 6 6 - 12 1 70 - 110 µg/l
Troponin-I 3 - 8 12 - 24 7 - 10 0,1 - 2,0 µg/l
Troponin-T 3 - 8 12 - 96 7 - 14 0,1 µg/l



Charakteristika
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